360° Video

Basel aus der Vogelperspektive

 

Panorama-Fotografie gibt es schon lange, auch die interaktive Einbindung von 360° Fotos in Webseiten ist nichts Neues. Man denke nur an zahllose Immobilienseiten mit schlecht integrierten Quicktime-VR Panoramas. Lange war dies die einzige Möglichkeit 360° Bilder interaktiv und online darzustellen. Seit dem Facebook mit Oculus Rift und Google mit Cardboard an High-End Lösungen zur Darstellung von Virtual Reality VR arbeiten weht nicht nur ein neuer Wind, sondern ein regelrechter Sturm. 360° Videos und VR sind in aller Munde. Beispielsweise wurde dieses Jahr beim “Sundance Film Festival” eine eigene Sparte für 360° Filme kreiert, die New York Times hat mit NYT VR einen eigenen Channel für VR-Content eröffnet und Netflix will bald die ersten Serien in 360° streamen. Die Technik für 360° Videos ist jetzt vorhanden und relativ erschwinglich vergleicht man den Preis von sechs GoPro Kameras mit denen einer RED Kamera. Was aber wirklich für den steilen Erfolg von 360° spricht, ist die Tatsache, das die Global Player Facebook und Youtube die Technik unterstützen. Jeder kann sein 360° Video auf seiner Facebook Seite oder Youtube Channel posten. Somit ist der Content sofort und weltweit auf jedem PC, Tablet oder Smartphone zugänglich, wobei letztere durch den integrierten Gyro das 360° Erlebnis zusätzlich aufwerten, da man sich innerhalb der Welt interaktiv bewegen kann. Die 360° Technologie ist daher schon jetzt keine Nische mehr wie beispielsweise 3D Filme.
Aber machen wir uns nichts vor, 360° Filme zu drehen und zu schauen ist relativ aufwändig. Der Zuschauer kann dabei nicht auf dem Sofa sitzen und gammeln, sondern muss sich ständig stehend um seine eigene Achse drehen um dem Geschehen des Films zu folgen. Für das besondere VR-Erlebnis ist zudem eine spezielle VR Brille nötig.
Auch die Produktion ist sehr abenteuerlich, bedenkt man das die Film-Crew sich selbst und die Scheinwerfer während des Drehs nicht mehr hinter der Kamera verstecken kann, da es kein hinter der Kamera mehr gibt. Alles ist sichtbar in 360°!
Durch diese Tatsachen und Einschränkungen wir eine ganz neue Art von Content kreiert. Manche vergleichen es mit der Aufführung eines Theaterstücks. Nur ist der Betrachter immer im Mittelpunkt des Geschehens. VR und 360° ist daher sehr stark personalisiert, man erlebt alles aus erster Hand.
Zusammen mit Stricker & Partner habe auch ich meinen ersten 360° Film produziert. Das war ganz einfach: Man nehme sechs GoPro Kameras, die jeweils mit einer Auflösung von 4K und 60 Frames per Second (fps) filmen und befestige diese an einer Tonangel. Diese Tonangel hält man dann bei ca. 150km aus einem Helikopter und versucht nicht zu wackeln. Später in der Video-Postproduktion werden diese sechs Kameras synchronisiert und zu einem Video zusammengefügt (stitching). Was sich recht einfach anhört, ist technisch hoch komplex und zudem extrem Fehleranfällig. Beispielsweise hat man bei sechs Kameras kaum eine Chance zu sehen was jede Kamera filmt. Gut man könnte jede Kamera über WLAN mit einem iPAD verbinden und so zu einem Vorschau-Bild kommen. Wer aber schleppt sechs iPads mit zu einem Helikopterflug. Ein anderes Problem ist, das die GoPros nicht dafür gebaut wurden so eng aufeinander in einem 360° Rig zu arbeiten. Das Ergebnis ist eine Überhitzung der Kameras. Das ist aber nicht weiter schlimm. Denn wenn gleich drei Kameras bei einem Helikopterflug durch Überhitzung ausfallen, kann man diesen schönen Helikopterflug gleich noch einmal buchen. ?

Ich empfehle euch die Filme mit dem Smartphone über ein Google Cardboard oder wenigstens mit dem Tablet anzuschauen. Das fetzt wirklich! Dazu am besten die App Littlstar im Appstore herunterladen und den Film unter diesem Link anschauen.

 

 

 

 

 

 

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