Mai 28, 2019

Adobe Premiere Pro – 5.1 Audio Mix für DCP erstellen

Ich zeige hier wie man in Adobe Premiere Pro einen korrekten 5.1 Audio Mix für die Erstellung eines DCP (Digital Cinema Package) erstellt. Dieses Format wird zur Abgabe von Kinowerbung von den Distributoren bevorzugt. Da ich selbst immer wieder vergesse, wie diese Einstellungen korrekt umgesetzt werden sehe ich es für nötig dies endlich mal aufzuschreiben.

Meine Grundlage ist ein Video File in ProResHQ 1998×1080 in 24 fps sowie 6 Audio Tracks (Left, Right, Center, LFE, RearLeft oder Ls, RearRight oder Rs). Die Audio Spuren habe ich vom Tonstudio korrekt abgemischt als einzelne WAV Files mit 82 LEQm (Standard für Kinowerbung) bekommen. Auf die korrekte Erstellung dieser Files soll hier nicht weiter eingegangen werden. Falls der 5.1 Mix in einer Audio Datei, welche alle sechs Spuren enthält, vom Tonstudio geliefert wird kann man diese ganz einfach dazu verwenden eine neue Sequenz zu erstellen. Dazu zieht man das 5.1 Audio File auf das kleine „Papier“ Icon unter dem Projekt Fenster. Nun wird eine Sequenz mit den korrekten Settings automatisch erzeugt zu der man lediglich das Video File hinzufügen muss. 

 

Für die Erstellung einer Sequenz mit einzelnen Audio Tracks geht man wie folgt vor.

 

 

1. Sequenz erstellen

In Adobe Premiere Pro wird eine neue Sequenz über „File -> New -> Sequenz“ erstellt. Wir überspringen die Presets und wechseln zu „Settings“ Tab. Hier werden als erstes die korrekten Video Einstellungen für das 1998×1080 24p Video vorgenommen. Danach wird auf den „Tracks“ Tab gewechselt um die Einstellungen der Audio Spuren vorzunehmen. 

Martin_Sautter_51_Audio_Mix_Premiere_Pro_Video_Sequenz_Settings

 

2. Output Assignment der Audio Tracks

Im Audio Tracks Bereich stellen wir den Master NICHT auf 5.1 sondern auf „Multichannel“. Das ist etwas verwirrend, erwartet man doch das die korrekte Auswahl 5.1 sein sollte. Der derzeitige Stand der Recherche zeigt aber das „Multichannel“ zum korrekten Ergebnis führt. 

 

  • Bei „Number of Channels“ trägt man die Anzahlt von „6“ Channels ein.
  • Sechs Mono Audio Tracks werden erstellt, die auf „Pan/Balance“ jeweils unterschiedlich nach links und rechts panned.
  • Unter „Output Assignment“ stellt man sicher, dass die Tracks richtig geroutet werden. Dazu „assigned“ man Track 1 und 2 jeweils zu Master Track Channel 1-2, Track 3 und 4 jeweils zu Master Track Channel 3-4 und Track 5 und 6 jeweils zu Master Track Channel 5-6.  

 

Achtung! Das die Tracks für „Center“ und „LFE“ nach Links und Rechts gepanned werden soll nicht zur Verwirrung führen. Es handelt sich hier um das Routing/Output Assignment zum richtigen Master Track Channel und nicht das Panning von Links und Rechts. 

 

Von dieser Einstellung kann man sich nun ein Preset speichern damit dieses in Zukunft wieder verwendet werden kann. 

 

3.  Timeline Channel Order

In der nun erzeugten Sequenz kann man die einzelnen Audiospuren auf die Timeline ziehen. Dazu ist die richtige Reihenfolge von L-R-C-LFE-LS-RS zu beachten. Seit der Version 8.1 ist diese der Standart bei Premiere und Adobe Media Encoder sowie auch der Standart bei den DCP Packages wie dieser Post eines Adobe Staff Members zeigt.

Martin_Sautter_51_Audio_Mix_Premiere_Pro_Channel_Order

 

Somit wird die Audio „Spur 1“ mit dem Audio File für „Links“ befüllt, Audio „Spur 2“ mit dem Audio File für „Rechts“ und so weiter bis alle Audio Files verwendet wurden.  

 

Martin_Sautter_51_Audio_Mix_Premiere_Pro_Timeline

 

4. Export über Adobe Media Encoder

Die Timeline der Sequenz kann nun direkt über Premiere oder über den Adobe Media Encoder als DCP exportiert werden. Unter den Export Einstellungen wird das Format „Wraptor DCP“ mit dem Preset „2K Digital Cinema – Flat 24 fps“ausgewählt. Die Video Export Einstellungen sollten nun auf 1998×1080 (Flat) mit einer Frame Rate von 24 Bilder pro Sekunde stehen. Unter dem „Audio“ Tab ist es wichtig sicher zu stellen das für „Channels“ die Einstellung 5.1 ausgewählt ist. Dies war bei mir nicht standardmässig selektiert sondern auf „Stereo“ eingestellt. 

Für den Export ist es je nach Distributor wichtig das der Dateiname nach der Digital Cinema Naming Convention  richtig benannt wurde. Das ist etwas irreführend und sollte dringend überarbeitet werden.

Martin_Sautter_51_Audio_Mix_Premiere_Pro_DCP_Audio

Martin_Sautter_51_Audio_Mix_Premiere_Pro_DCP_Video

 

Das nun exportierte DCP Package sollte der Norm entsprechend und ohne Probleme durch die Abnahme kommen. Ich übernehme hierfür aber sicherlich keine Haftung 😉

Viel Glück bei der Umsetzung